Vermarktung: Tango dilettanti
Top-Fairways und Greens in Baden-Württemberg
In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich der Golfsport im Südwesten der Republik so dynamisch entwickelt, wie kaum eine andere Freizeitbeschäftigung. Landauf, landab entstanden neben den traditionellen Clubs neue Anlagen. Der Golfer kann heute unter 92 Plätzen wählen. Aber die Kapazitäten könnten viel besser ausgelastet werden.
Viel zu wenig wird über das hervorragende touristische Golfangebot publiziert, lediglich einzelne Anlagen schaffen in vorbildlicher Eigeninitiative professionelle Auftritte im Markt.
Der Baden-Württembergische Golfverband (BWGV) hat sich zwar mit einer stattlichen Präsentation auf der Golf-und Wellness-Reisen in Stuttgart ins Bild gesetzt. Jedoch: Repräsentieren ist offenbar alles, was den Herren Entscheidern einfällt. Und das war`s dann auch wieder. Ergebnisse, die etwa in einer effizienten Konzeption in Zusammenarbeit mit den Tourismus-Entscheidern des Bundeslandes münden: Fehlanzeige. Auf der Website des Verbandes www.bwgv.de kommt in der Navigationsleiste das Wort Marketing und Public Relations überhaupt nicht vor. Auch im touristischen Bereich fehlen Ansatzpunkte für professionelle Auftritte vom deutschen bis hinein in den europäischen Markt.
Dafür finden Tagungen und Zusammenkünfte von Spielleitern und Sportwarten in ungewöhnlicher Fülle statt, innere Ordnungsprinzipien für Abwickler werden kultiviert. Die alte Weisheit „Tue Gutes und rede darüber“ wird nach uralter Verbands-Sitte der Bürokratie-Besessenheit in vier verschiedenen Landes-Golfverbänden in einem einzigen Bundesland (!) fast völlig ignoriert. Neue Konzepte professioneller Vermarkter werden ausgegrenzt, weil man, so glaubt man im BWGV, diese Dinge selbst am besten kann. Projekte zur Golfförderung und Popularisierung dilletieren vor sich hin. Der Personenkult blüht. Symbolhaftes Beispiel: Auf der Website des Badischen Golfverbandes feiert sich der Präsident gleich auf der Einstiegspage der Internetseite höchst dominant mit Portrait, dazu noch pseudohumoristisch mit einer Verkehrsschild-Illustration mit der Aufschrift "Caution" (Vorsicht). Fazit: Es fehlt die Balance zwischen wichtigen Verbandsaktivitäten, es herrscht Schieflage bei den Prioritäten.
Aktivitäten aus den Clubs
Der Stuttgarter Golfclub Solitude nahe Mönsheim verordnete sich nach den vielen Jahrzehnten seines Bestehens ein Facelifting. Die 18 Löcher des Golfclub Solitude hatten ein wenig Patina angesetzt. Man musste erkennen, dass weitaus modernere und zudem jugendfreundlichere Anlagen, wie etwa die von St.Leon-Rot südlich von Heidelberg, den traditionell geführten Golfclubs in der öffentlichen Akzeptanz den Rang abliefen. Die 36 Löcher der vom Konzern SAP betriebenen Anlage nahe Walldorf zählen zu den besten Fairways der ganzen Republik. Dietmar Hopp, einer der Gründer des Weltkonzerns SAP, ist Golf-Enthusiast und geht auch in seinem Sport neue Wege. Der frühere SAP-Chef pflegt und fördert die golferische Basis.
Was heißt das in der Praxis? Das bedeutet unter anderem mehr professionelle Jugendarbeit, bessere Bedingungen für bezahlende Mitglieder und deren Familien. Das Ergebnis der modernen Golf-Betreiber- und Leistungs-Strategie ist nicht erst seit der vergangenen Saison ein überwältigendes. Der Golfclub St.Leon-Rot baut junge Nationalspieler auf, stellt seit Jahren deutsche Jugendmeister und -meisterinnen. Die Jugendteams und ersten Mannschaften glänzen mit nationalen Titeln wie kein anderer Club in Deutschland.
Die über neunzig Golfclubs in Baden-Württemberg erfüllen überwiegend semiprofessionell des Golfers Wünsche: Sattgrüne, größtenteils zauberhaft in die Natur eingebettete Fairways, deren Besuchern nichts mehr am Herzen liegt, als die erlaubten 14 Schläger schwingen zu können. Was dürfen Spieler und andere Golf-Interessierte im Südwesten der Republik erwarten? Wo kann man Golf einfach unverbindlich einmal schnuppern?
Golf-Einsteigerkurse im Urlaub
Eine Reihe von Spezialveranstaltern hat sich dem Thema Golfreisen verschrieben. Die Ziele müssen schon vom Fachmann ausgewählt sein, damit der Golf-Beginner auch in richtige Hände kommt. Einfach in ein Reisebüro zu gehen und eine Golfreise zu buchen, ist nicht empfehlenswert. Es kommt dabei auf gesicherte Startzeiten an, auf die freien Plätze auf der Übungsbahn (Driving Range) und auf Hotels, die nicht zu weit vom Golfplatz entfernt sind. Hotels bieten gemeinsam mit den Clubs unterschiedliche Einsteiger- und Schnupperkurse als Teil des Urlaubserlebnisses in Baden-Württemberg.
Richtig preiswert mit Golf beginnen
Golfer, kommst du nach Bad Dürrheim nahe Villingen-Schwenningen, so hole dir die Weihen der dortigen Golfschule. Eine der preiswertesten Möglichkeiten im Ländle, um Golf ohne Clubzwang zu erlernen: Die seit den neunziger Jahren bestehende Driving Range mit anfangs nur vier Löchern wird derzeit auf neun Löcher ausgebaut. Ein Beispiel für den Golf-Einstieg im kleinen, unspektakulären, freilich noch ausbaufähigen Rahmen.
In Göppingen-Staufferpark wird ein weiteres gutes Einsteigerkonzept betrieben, ebenso im neuen Golf-und Thermenresort Bad Bellingen im äußersten Südwesten des Bundeslandes. Der fürstliche Golfclub Bad Waldsee hat sogar ein eigenes Hotel direkt am Abschlag anzubieten. Dieses moderne 45 Loch-Golfresort gehört zum Besten, was Deutschland im Bereich Resort zu bieten hat. Auch wegen der interessanten Kur- und Vitalangebote. „Golf you up“ heißt es im Club Karlshäuser Hof in Ölbronn-Dürrn, wo mit viel Engagement dem Anfänger Golf gelehrt wird. Im Golfclub Hochschwarzwald liegt ein ideales Gelände für Anfänger, ganz in der Nähe des beliebten Ferienortes Titisee-Neustadt. Da lässt sich der Urlaub mit Golfeinsteigerprogramm trefflich verbinden.
Anspruchsvoller Golfsport und erholsame Urlaubstage lassen sich in Baden-Württemberg hervorragend kombinieren. Golfen, schlemmen und erholen ist mit Pauschalangeboten denkbar einfach. So bietet beispielsweise der Golfclub Heilbronn-Hohenlohe Golfen und Genießen im Panoramahotel Waldenburg: 2 x Greenfees und 3 Übernachtungen mit den entsprechenden kulinarischen „Begleiterscheinungen“. Auf der Schwäbischen Alb, in Bad Überkingen beispielsweise, ist es wieder ein Golfschnupperkurs, der pauschal zu buchen ist. Dazu gehören zwei Übernachtungen im Badhotel mit entsprechenden zusätzlichen Leistungen. Das Angebot der Pauschalreisen zu Golfdestinationen in Baden-Württemberg ist umfassend und reicht von Schnupperwochenenden über Golfpower-Weekends bis zu Golf-Wellnesswochen.
Was kostet Golf?Allerorten gibt es Klischees, Vorurteile und Verallgemeinerungen darüber, wie teuer der Golfsport daherkommt. Abseits jeglichem Vergleich mit anderen Sportarten, die durchschnittlichen Greenfees in den Clubs des baden-württembergischen Golfverbandes liegen wie folgt: Für 18 Löcher zahlt man wochentags zwischen 30 Euro und 80 Euro, am Wochenende zwischen 60 und 120 Euro. Die Preisgestaltung beruht meist - nicht immer - auf einem Qualitätsstandard, aber auch auf dem Bekanntheitsniveau des jeweiligen Clubs. Jugendliche Spieler können bereits mit Jahresbeiträgen von 300 bis 700 Euro einsteigen oder ein Jahr am Golfsport schnuppern. Eine weitere Tatsache mag verblüffen: Von den 92 Clubs zwischen Mannheim und Bad Waldsee nehmen viele Anlagen noch Mitglieder auf. In vielen Fällen genügt ein Anruf in den Clubsekretariaten und die Mitgliedsunterlagen werden zugeschickt. Die baden-württembergischen Clubs finden Sie u.a. auf www.golfparadise.com unter der Rubrik Golfplätze www.golfparadise.com/cms/golfcourses_clubs/plaetze_baden.php
Kontakt: Klaus O. Braun info@golfpress.com
Weitere Informationen zum Golfen, Clubs und Pauschalen in Baden-Württemberg finden Sie unter
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